Wechsel zu PoS nicht im Juni

Die lang ersehnte Konsensumstellung bei Ethereum von PoW zu PoS wird vermutlich noch einige Monate auf sich warten lassen. Ursprünglich war die Verschmelzung der jetzigen Ethereum Blockchain mit der Proof-of-Stake-basierten Beacon Chain für Juni geplant gewesen, wird aber nun verschoben. Das hat Ethereum-Entwickler Tim Beiko jetzt in einem Tweet bekanntgegeben: “Es wird nicht im Juni sein, aber wahrscheinlich in den Monaten danach. Es gibt noch kein festes Datum, aber wir befinden uns definitiv im letzten Kapitel von PoW auf Ethereum”, so Beiko.

Der größte Vorteil des Wechsels vom bisherigen Proof-of-Work-Verfahren zu Proof of Stake liegt definitiv in der enormen Einsparung von Energie – die Rede ist von 99,9 Prozent Energieeinsparung.

Doch nicht alle sind davon begeistert: Während Ripple-Mitbegründer Chris Larsen eine Werbekampagne für einen grüneren Bitcoin unterstützt und fordert, dass die Bitcoins nicht mehr über das als sicher geltende, jedoch sehr energieintensive Proof-of-Work-Mining erzeugt werden und stattdessen das deutlich umweltschonendere Proof-of-Stake-Verfahren angewandt werden soll, lehnen Bitcoin-Anleger diese Idee mehrheitlich ab.

Sicherheit vs. Energieeinsparung

Das Bitcoin-Lager betrachtet eine Umstellung von PoW auf PoS als „extrem riskant, vollkommen unpraktisch, vielleicht sogar sinnlos“, so David Morris in einem „CoinDesk“-Artikel. Man fürchtet, dass eine so grundlegende Veränderung wohl nicht durch einen konventionellen „Hard Fork“ realisierbar sei.

Es wird entgegengehalten, dass die Proof-of-Stake-Infrastruktur über eine vollkommen andere Sicherheitsarchitektur verläuft, wodurch die Adaption der Methode auch einen komplexen Wechsel von alten Wallets hin zu einem vollständig neuen Netzwerk mit sich brächte.

Genau hier befindet sich der Knackpunkt: Ein so umfassender und riskanter Programmwechsel darf als äußerst unwahrscheinlich eingestuft werden. Und mit Chris Larsen wird auch der Bote zur Zielscheibe: Er ist in der Szene umstritten und deshalb seine Botschaft wenig glaubwürdig.

Bitcoin-Fans vermuten, er habe seine gesamte Krypto-Karriere darauf abgezielt, dem Bitcoin zu schaden. Dazu kommt die Unterstellung, dass Larsen absichtlich einen „Hard Fork“ herbeiführen wolle, um die Bitcoin-Gemeinschaft zu spalten und so zu schwächen, zumal die größte Leitwährung der Welt gerade dank ihrer internationalen Akzeptanz und Sicherheit mit enormen Netzwerkeffekten punkten kann.

Einen unerwünschten Konkurrenten ausschalten? Ein bekanntes und nachvollziehbares Motiv, gegen das sich Larsen jedoch verwehrt: In einem „Bloomberg“-Interview sagte er: „Wenn ich mir Sorgen um Bitcoin als Konkurrenten machen würde, wäre es wahrscheinlich das Beste, was ich tun könnte, es auf diesem Weg fortsetzen zu lassen … Das ist einfach ein nicht nachhaltiger Weg.“

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