Konjunktureinbruch: Auswirkungen auf Kryptowährungen

Die aktuellen Ereignisse sind milde ausgedrückt beunruhigend – neben einer Pandemie hängt der dritte Weltkrieg wie ein Damoklesschwert über der Menschheit. Rohstoffknappheit und -verteuerung, Klimawandel und steigende Energiepreise tragen das Ihre zur Unsicherheit bei. Es droht eine wirtschaftliche Abkühlung – was das für die Kryptowährungen bedeuten könnte, wollen wir hier erläutern.

Stagflation droht

Die Krisenmeldungen wollen seit Wochen nicht weniger werden. Da wäre zunächst der anhaltende globale Inflationsdruck als Folge der expansiven Geldpolitik und der Lieferkettenprobleme. Dann die Verstärkung der inflationären Tendenzen durch den Konflikt zwischen Russland und der Ukraine, der aufgrund der damit verbundenen westlichen Sanktionen gegen den weltweit wichtigen Rohstofflieferanten Russland schwerwiegende Folgen hat. Dazu kommt, quasi als Sahnehäubchen, der von China verhängte harte Lockdown in Shenzhen. Es ist eigentlich alles angerichtet für eine globale Stagflation nach Ende der Sanktionen.

Stagflation ist das zeitliche Zusammentreffen von ökonomischer Stagnation und Inflation. Die aktuelle Lage erinnert an die Situation vor fast 50 Jahren, als der Begriff Stagflation infolge der Ölkrise von 1973 erfunden worden ist. Auch die Zutaten sind gleich: Eine kriegerische Auseinandersetzung, davon ausgelöst ein Öl-Angebotsschock, der wiederum die Energiepreise nachhaltig auf hohem Niveau halten wird. Eine Preissteigerungs-Kettenreaktion startet, die hohen Preise werden von Unternehmen an ihre Kunden weitergeben. Können diese mangels steigenden Lohnniveaus nicht mit der Inflation mithalten, sinkt als Konsequenz die Massenkaufkraft und der Teufelskreis der Stagflation nimmt Fahrt auf: Weniger Produkte werden gekauft, weniger Arbeitsplätze geschaffen.

Investieren in Zeiten der Stagflation

Die Stagflation der 1970er-Jahre führte zu einem jahrelang anhaltenden Bärenmarkt für Aktien. Dazu kommt die verringerte Risikoneigung in Krisenzeiten. Gilt das auch für Kryptowährungen? Der Bitcoin wird als „digitales Gold“ verehrt und freut sich über steigende Preise. Grund für die Gold-Allegorie ist die Tatsache, dass Bitcoin so wie Gold eine Angebotsbegrenzung hat – auf maximal 21 Millionen BTC. Es stellt sich somit völlig nachvollziehbar die Frage unter den Analysten, ob Bitcoin heute das vollbringen kann, was Gold in den 1970er-Jahren geschafft hat: Als effektiver Inflationsschutz zu fungieren. Die Meinungen dazu gehen aktuell auseinander – neben Kursprognosen von 100k existieren kritische Stimmen, die den Komplettabsturz befürchten.

Verunsicherte Anleger sollten auf die Chance achten, dass sich die Kryptowährungen mittel- bis langfristig vom Aktienmarkt entkoppeln könnten. Bislang folgte der Krypto-Sektor nämlich weitgehend dem Trend der wachstumsstarken Technologie-Aktien, was in den letzten Monaten sehr gut sichtbar war: Auf die schwachen Monate Mai und Juni 2021 folgte bei Kryptos und NASDAQ 100 ein Anstieg bis Ende November, bevor es sowohl bei Tech-Aktien als auch bei BTC erhebliche Einbußen gab. Krypto-Fans hoffen, dass sich die Kryptowährungen zukünftig vom Einfluss der Wachstumsaktien lösen können und der Krypto-Sektor selbst in einem Stagflationsumfeld eine positive Rendite erzielen kann. Somit könnte der Bitcoin sogar weiterhin wachsen und weiters davon profitieren, dass Anleger aus Inflationssorgen BTC in ihre Depots mischen, wodurch der Bitcoin sogar von der Stagflation profitieren könnte!

Ganz einfach teilen!