Chance für Kryptowährungen?

Die BRICS-Staaten fordern eine neue Weltreservewährung. Die aus Brasilien, Russland, Indien, China und Südafrika bestehende Staatengruppe BRICS zählt zu den bedeutendsten Strukturen. Die Gemeinschaft der Schwellenländer möchte mit einer eigenen Leitwährung vor allem das US-dominierte Weltfinanzsystem verändern, wie die russishe Nachrichtenagentur Tass berichtete. Vordergründiges Ziel ist die Ablöse des US-Dollar als Weltreservewährung. Könnte dieses radikale Ansinnen für Kryptowährungen einen neuen Aufschwung bedeuten?

Ein Kernanliegen der Staatengruppe ist der Wandel des weltweiten Wirtschafts- und Finanzbereichs – dass in diesem die Vereinigten Staaten eine Vormachtstellung genießen, ist unbestritten. Darum ist das Bestreben nachvollziehbar, Alternativen zum Dollar-basierten Währungssystem schaffen zu wollen. Vor dem Hintergrund der prozentualen Verteilung der Weltbevölkerung ist das nachvollziehbar: In den BRICS-Staaten leben etwa drei Milliarden Menschen, wohingegen in den G7-Ländern lediglich 11 Prozent der gesamten Weltbevölkerung leben.

Russland als Drahtzieher?

Der Zeitpunkt und das Ansinnen mögen überraschen, ein näherer Blick auf die Begleitumstände sorgt aber wieder für Klarheit: Durch die Sanktionen aufgrund des Ukraine-Konflikts und den Ausschluss aus dem SWIFT-System ist Russland nicht mehr in der Lage, seine volle Wirtschaftskraft auszuüben. Eine Alternative muss her und somit ist verständlich, wieso gerade Präsident Putin Druck bei der Planung einer neuen Weltreservewährung unter Einfluss der BRICS-Länder macht: “Die Frage nach der Schaffung einer internationalen Reservewährung auf der Grundlage des Währungskorbs unserer Länder wird derzeit geprüft. Wir sind bereit, offen mit allen fairen Partnern zusammenzuarbeiten”, erklärt er.

Putin ist einerseits unter Zugzwang, andererseits etablieren sich in Teilen der Welt bereits Kryptwährungen als offiziell Zahlungsmittel: El Salvador und die Zentralafrikanischen Republik setzten bereits auf Bitcoin und dessen dezentrales Versprechen. Auch Venezuela und der Iran treiben bereits Handel mithilfe von Kryptowährungen. Und die Entscheidung Pro Bitcoin macht sich bezahlt: Die Legalisierung von Bitcoin als Zahlungsmittel beschert El Salvador einen Boom an Touristen. Im ersten Halbjahr 2022 erlebte man gem. Zahlen der WTO einen Anstieg an Touristen um 81 Prozent. Insgesamt kamen fast 1,2 Millionen Besucher. Damit gehört El Salvador zu einem der Länder, in denen sich die Tourismusbranche von der Pandemie am besten erholt hat.

Vorbildwirkung

Dass mit dem Bitcoin im Speziellen und Kryptowährungen allgemein Geld zu machen ist, haben auch die Banken mittlerweile erkannt. Zuletzt erlaubte die Bank for International Settlements (BIS) den regulären Banken die Haltung von Krypto-Assets wie Bitcoin. Mit dem Aufstellen von Bitcoin-ATMs in deutschen Banken und den Ansuchen um Verwahrlizenzen durch mehrere Großbanken sieht man klar einen Trend zur Einführung von Kryptoprodukten in der breiten Kundengruppe. Mit den vielgescholtenen Gefahren und Risiken von Kryptos scheint man in der Zwischenzeit also ganz gut leben zu können…

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