Alles anschnallen, bitte!

Wie schon so oft nimmt Bitcoin auch in dieser unerfreulichen Situation Mitte Juni eine Vorreiterrolle ein und zieht auf seinem Sinkflug Altcoins und Aktien in großer Zahl mit sich nach unten. Doch der heftigste Absturz seit Monaten kann erst der Anfang einer längeren bearishen Bewegung sein, was aber nicht zwangsläufig schlecht sein muss – der Veranlagungshorizont ist wie so oft das Maß aller Dinge. Daytrader werden sich die Haare raufen, Anleger, die in Jahren denken ,werden diese Krise wie so viele davor in ihren Leistungscharts ausbügeln. Doch wie kam es dazu?

Das Thema Energie ist beim Kryptomining immanent. Und in einer Situation wie dieser, in der die Energiepreise unkontrolliert steigen, die geopolitische Lage angespannt ist, Corona uns im Griff hat, Terra abgestürzt und der Planet in weiten Teilen auf eine Stagflation zusteuert, kann man es niemandem verübeln, nicht in bester Stimmung und höchster Investitionsbereitschaft zu sein. Zu allem Überfluss kommen noch Zinserhöhungen in den USA dazu, wodurch sich der Dollar verteuert und die Anleiherenditen anziehen.

Bitcoin-Ausverkauf

Wenn das Schürfen von Kryptowährungen zu einem Verlustgeschäft zu werden droht, dann kommt es wie im Moment dazu, das manche Miner ihre Bitcoin-Bestände teilweise auf den Markt werfen, um ihre laufenden Kosten decken zu können. Angebot und Nachfrage bestimmen seit jeher den Preis eines Produkts oder einer Dienstleistung. Die extrem hohen Energiepreise zwingen Miner dazu, Bestände abzustoßen, was unweigerlich zum Preiseinbruch führt. Aber neben Bitcoin hat sich auch die Gesamt-Krypto-Marktkapitalisierung gefährlich reduziert und zeigt keine Zeichen der Verlangsamung. Im Moment sind die sind die Krypto-Märkte lediglich 980 Milliarden Dollar wert – das waren vor nicht allzu langer im November 2021 Zeit noch 3 Billionen Dollar kumulierte Marktkapitalisierung!

Weg damit?

Der Krypto-Kapitalschwund macht sich nicht nur bei Bitcoin, sondern bei allen Kryptos bemerkbar. Neben BTC gab auch der ETH-Kurs um die 20 % in 24 Stunden nach. Er notiert nur knapp über der so wichtigen 1k-$-Marke. Wenn diese unterschritten wird, droht ein weiteres Nachgeben samt empfindlicher Verluste. Neben BTC und ETH haben auch FTM oder AVAX über 20 % verloren – eine verrückte Situation, in der auch verrückte Dinge passieren: Der Krypto-Tracker „Whale Alert“ meldete, dass ein vermögender Investor in einer einzigen Transaktion 10.000 BTC zu einer Krypto-Börse bewegt hat. Wenn ein Wal eben mal so eine Viertelmilliarde Dollar verschiebt, bleibt das nicht unbemerkt und löst Unsicherheit aus. Wenn eine derart hohe Summe zu einer Krypto-Börse verschoben wird, kann man durchaus Verkaufsabsichten unterstellen.

Gerade in einer kritischen Situation wie dieser ist es ungemein wichtig, kühlen Kopf zu bewahren. Nun kommen jene Grundsätze zum Tragen, die vor dem Einstieg propagiert wurden: Investiere nur, was du auch bereit zu verlieren bist! Stelle dich breit auf! Investieren ist kein Sprint, sondern ein Marathon! Also: Luft anhalten und durchtauchen.

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