Überraschende Zahlen aus Nigeria

Der Zahlungsdienstleister Merchand Machine hat eine Studie zum globalen Krypto-Score in Auftrag gegeben. Die Ergebnisse an der Spitze sind wenig überraschend und zeigen die USA vor der Ukraine, gefolgt von Großbritannien. Die Studie verglich dabei in Ländern auf der ganzen Welt Kategorien wie den monatlichen Krypto-Umsatz, die Gesamtzahl der Nutzer, den prozentualen Anteil der Krypto-Nutzer, die Anzahl der Krypto-Bezahlmöglichkeiten und die Anzahl der Bitcoin-Automaten miteinander. Überraschendes Ergebnis: In Nigeria nutzt fast die Hälfte der Bevölkerung Kryptowährungen!

Zurück zu den Top 3: Wenig Überraschend erreichten die USA Rang 1, gefolgt von der kriegsgebeutelten Ukraine und Großbritannien auf dem dritten Platz. Allerdings sind die Vorzeichen unterschiedlich: Die USA und Großbritannien verfügen über eine große Wirtschaftskraft mit entsprechendem Interesse an Anlagen in unterschiedlichen Formen. In der Ukraine kämpft man neben Russland mit der schwachen eigenen Landeswährung, der hohen Inflation und Beschränkungen im Geldverkehr. Diese Merkmale lassen sich auch auf andere Länder übertragen und führen in wirtschaftsschwachen Regionen In Regionen zu einer hohen Beliebtheit von Kryptowährungen.

Prozentsätze

In der Ukraine nutzen 12,73 Prozent der Bevölkerung Kryptowährungen – in den erstplatzierten USA sind es dagegen nur 8,31 Prozent und in Großbritannien gerade einmal 4,95 Prozent, aber dieser geringe Anteil hält einen relativ hohen Wert an Kryptos. In Ländern wie Nigeria sieht die Situation diametral unterschiedlich aus, denn dort nutzen über 42 Prozent der Bevölkerung Kryptos nutzten, halten aber nur geringe Werte.

Merchand Machine hat neben aktuellen Daten auch die vergangenen Jahre auswerten lassen und kommt zu dem Ergebnis, dass sich die Zahl der Krypto-User bis 2030 weltweit um durchschnittlich 14,9 Prozent erhöhen wird. In Nigeria geht dieses Wachstum vermutlich schneller voran, denn Binance geht eine Partnerschaft mit dem afrikanischen Land ein, um eine Export Processing Zone Authority (NEPZA) aufzubauen. Ziel ist, einen digitalen Wirtschaftsraum à la Dubai zu schaffen. Hintergrund ist die Absicht Nigerias, seine Wirtschaft weg vom Erdöl zu diversifizieren.

Binance tritt aufs Gas

Nigeria ist nach Busan das nächste Projekt der weltweit größten Krypto-Börse. In Busan hat Binance eine Absichtserklärung unterzeichnet, um technologische und infrastrukturelle Unterstützung für die Stadt zu gewährleisten. Daneben lancierte Binance kürzlich ein Krypto-Bildungszentrum in Kamerun, um neben Nigeria einen weiteren Köcher im afrikanischen Wirtschaftsraum zu haben. Denn in Nigeria herrscht ein Zwiespalt: Trotz der hohen Adoption von Kryptowährungen durch die Bevölkerung verfolgt die Regierung eine eher abweisende Haltung. Man sieht darin eine Bedrohung und so hat die Zentralbank alle Geschäftsbanken des Landes angewiesen, keine Krypto-Transaktionen mehr zuzulassen. Dem entgegen läuft die nigerianische Wertpapier- und Börsenaufsichtsbehörde, die im Mai ein Regelwerk für digitale Vermögenswerte veröffentlicht hat, das den Anlegerschutz erhöhen und mehr Markttransparenz gewährleisten soll. Denn die gelebte Realität ist einfach, dass die Bevölkerung zum überwiegenden Teil Kryptos nutzt, um den widrigen wirtschaftlichen Verhältnissen im Land zu begegnen. Auf jeden Fall muss man dieses Land weiterhin auf dem Krypto-Radar haben und die politischen wirtschaftlichen Entwicklungen in Afrika verfolgen.

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