Erst XRP, nun BNB

Die US-Börsenaufsichtsbehörde SEC ermittelt laut Bloomberg gegen Binance; der Verdacht lautet auf unerlaubten Wertpapierhandel. Der Vorwurf : Anleger hätten beim ICO von BNB im Jahr 2017 den Token mit Renditeerwartungen erworben, die an das Wachstum des Unternehmens gekoppelt waren. Die SEC argumentiert, dass es sich demnach bei BNB um einen Security Token handle, dessen Verkauf Binance bei der Behörde hätte registrieren lassen müssen. Der ursprünglich als Binance Coin veröffentlichte Token (mittlerweile heißt er Build and Build) wäre lt. SEC als Investition in das Unternehmen und somit als Wertpapier vermarktet worden.

Festgestellt wird das nach wie vor mit dem sogenannten “Howey Test” – einem Rahmenwerk aus dem Jahr 1946, fern der heutigen Investmentrealität. Demzufolge ist die Anwendung auf Krypto-Assets nicht einfach. Nichtsdestotrotz ist die Haltung der SEC eindeutig, wie SEC-Vorsitzender Gary Gensler auf dem Aspen Security Forum 2021 erklärte: “Ich denke, dass jedes ICO, das ich gesehen habe, eine Wertpapierausgabe ist”.

Verfahren mit Zündstoff

Auf jeden Fall birgt das Verfahren eine gehörige Brisanz, ist BNB doch aktuell der fünftgrößte Coin am Krypto-Markt. Binance sieht einem langwierigen Gerichtsverfahren entgegen. Das beweist auch der Rechtsstreit zwischen Ripple und der SEC: Dieser Streit wurde auch schon als der Krypto-Prozess des Jahrhunderts bezeichnet. Hintergrund sind die beim Marktstart 2013 gesammelten Gelder: Diese sollten lt. SEC nicht ordnungsgemäß beschafft worden sein, da es sich der SEC zufolge bei XRP in Wahrheit um eine Art von Wertpapieren handle.

Ripple seinerseits behauptet, dass XRP eine echte Kryptowährung wie Bitcoin oder Ethereum sei. Letzter Stand Anfang Juni: Die zuständige Richterin hielt eine Besprechung mit den beiden Seiten ab, in der sie Dokumente, die laut Ripple notwendig sind, um zu beweisen, dass das Unternehmen nichts Falsches getan hat, erörterte. Darin enthalten ist eine brisante Mitschrift einer Rede von SEC-Direktor für Unternehmensfinanzierung Bill Hinman. Die Anwälte von Ripple legten dar, dass diese Mitschrift zeigen würde, dass es unter den SEC-Beamten Meinungsverschiedenheiten darüber gab, ob XRP wirklich als Wertpapier behandelt werden sollte.

Positive Signale

Wenn schon die Behörde sich nicht einig darüber ist, ob XRP ein Wertpapier ist oder nicht, kann man das als positives Signal dafür deuten, dass sich das Blatt zugunsten Ripple Labs wendet. Sobald das Verfahren abgeschlossen ist, möchte Ripple als eines von wenigen Krypto-Unternehmen an die Börse gehen, wie CEO Brad Garlinghouse in einer kürzlich abgegebenen Erklärung sagte. In dem Fall scheint eine Bewertung mit 10 Milliarden US-Dollar realistisch, was auch XRP einen kräftigen Kursschub bescheren sollte.

Ganz einfach teilen!