Schwierige Rechtslage

Die Zahl der Kryptowährungen ist stetig am Steigen begriffen, mittlerweile gibt es deren 15.000 – eine davon ist EthereumMax, nicht mit ETH verbunden und Star einer dubiosen Werbeaktion, die nun ein gerichtliches Nachspiel hat. Während manche Währungen durch prominente Fürsprecher wie zB Elon Musk zum medialen Selbstläufer werden und sich von selbst verkaufen, müssen die Schöpfer anderer Assets zu teils kreativen Mitteln greifen, um ihr Produkt an den Investor zu bringen.

So erging es auch Steve Gentile und Giovanni Perone, den Schöpfern von EthereumMax, die zur Bekanntheitssteigerung ihrer Kryptowährung auf Influencer zurückgriffen und Reality-Star Kim Kardashian, Boxer Floyd Mayweather und andere Promis vor den Karren ihres Produkts spannten. Mithilfe ihrer Fans sollten die Promis für EthereumMax werben, was sie auch fleißig taten – doch nachdem EthereumMax nach einem mutmaßlichen Pump & Dump praktisch wertlos wurde, sehen sich die Promis nun mit einem Betrugsvorwurf konfrontiert.

Was war passiert?

Die Testimonials, die kumuliert Hunderte Millionen Fans und eine entsprechende Reichweite haben, konnte etwa Kim Kardashian laut Klageschrift 19 Prozent ihrer Fanbase davon überzeugen, EthereumMax zu kaufen. Aber nicht nur diese Zielgruppe wurde angesprochen: Schwergewichtsboxer Floyd Mayweather warb 2021 ebenfalls für EthereumMax – im Umfeld seines Kampfes gegen YouTube-Star Logan Paul und auf einer Bitcoin Konferenz. Auch seiner Aufforderung zum Kauf wurde Folge geleistet und der EtherumMax gewann rasch an Wert. Kurz nach dem vielbeachteten Boxkampf folgte ein massiver Kurseinbruch um mehr als 98 Prozent, was den Coin quasi wertlos machte.

Gerichtliches Nachspiel

Um ihre Investition geprellt, haben enttäuschte Investoren nun eine Sammelklage bei einem Gericht in Los Angeles eingereicht. Sie werfen den Influencern Pump & Dump vor – die Nachfrage nach EthereumMax künstlich gesteigert zu haben und es damit den Schöpfern ermöglicht zu haben, die aufgeblähten Coins mit sattem Gewinn zu verkaufen. Dieses Verhalten fällt unter Betrug und ist strafbar, wobei die Rechtslage unklar ist.

Gentile und Peroni bestreiten, dass es sich bei der Werbeaktion um ein großes Täuschungsmanöver gehandelt habe. Für sie handelt es sich um irreführende Erzählungen und Fehlinformationen. Ob die Geschädigten je ihr Geld wiedersehen werden, ist ungewiss: Laut dem „Guardian“ ist es aufgrund der unklaren Rechtslage im Krypto-Bereich schwierig, jemanden zu belangen. Es gilt zuallererst abzuklären, ob es sich bei EthereumMax überhaupt um ein Wertpapier handelt. In diesem Zusammenhang ist auch der Rechtsstreit zwischen Ripple und der SEC relevant, wo es um ebendiese Frage geht. Ungeachtet dieser Frage darf es aber als zweifelhaft angesehen werden, dass die Promis jemals zur Kasse gebeten werden. Und auch bei den Projektverantwortlichen wird wohl nichts mehr zu holen sein. Vertrauen Sie also lieber Investmentprofis, bevor Sie sich von einem Sportler oder eine Influencerin zum Kauf von Krypto-Assets überreden lassen!

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