Positive Signale aus London und Lugano

Mit Rishi Sunak zieht ein Krypto-Befürworter als Premier in die Downing Street 10 ein: Als ehemaliger Finanzminister positionierte sich Sunak als Krypto-Unterstützer, der bereits im Herbst 2021 gegenüber CBDCs die Vorteile von digitaler Zentralbankwährung für die G7-Nationen erklärte. Im April 2022 legte er noch eine Schippe nach und erklärte seine Absicht, ”das Vereinigte Königreich zu einem globalen Zentrum für Kryptoasset-Technologie zu machen”.

Bewerkstelligen wollte er das durch die Aufnahme von Stablecoins in die Regulierung, „ um den Weg für die Verwendung im Vereinigten Königreich als anerkanntes Zahlungsmittel zu ebnen”. Damit nicht genug, plante er die Einrichtung einer Art “Sandbox” für Finanzmarktinfrastrukturen, um Innovationen voranzutreiben.

Lugano sucht Alternativen

Lugano aus dem Schweizer Tessin will nicht weniger, als zur europäischen Bitcoin-Metropole zu werden – nicht ganz überraschend, denn seit dem Ende des Bankgeheimnisses hat Lugano als Bankenplatz stark an Bedeutung verloren. Eine Alternative muss her, und zwar schnell: Die Stadtverwaltung plant, in der Stadtmitte ein Kryptozentrum zu entwickelen, an dem sich Krypto-Firmen ansiedeln sollen. Das soll Arbeitsplätze für junge, urbane Menschen schaffen und Steuereinnahmen in die Stadtkasse spülen.

Bereits jetzt beschäftigt die Krypto-Branche schätzungsweise 6000 Menschen in über 1000 Unternehmen und zieht in der ganzen Schweiz Geld an, hauptsächlich im Kanton Zug. In Lugano hingegen haben sich bisher erst 50 Kryptounternehmen angesiedelt. Das soll sich nun ändern und die Tessiner Kommune will Anreize schaffen, um dieses Ziel zu erreichen. Die Stadt Lugano verspricht, dass bald Steuern mit BTC entrichtet werden können oder man Waren und Dienstleistungen per Kryptowährung bezahlen können wird.

Im Kanton Zug ist das Bezahlen mit Bitcoin oder Tether bereits länger möglich, die Resonanz in der Bevölkerung jedoch gering: Laut der Zuger Steuerverwaltung wurden letztes Jahr gerade einmal 50 Steuerzahlungen im Gesamtbetrag von rund 200’000 Franken mit Bitcoin bezahlt. Das ist etwa ein Tausendstel Prozent aller Steuern…

Tether unterstützt Lugano

Tether unterstützt die Pläne von Lugano und stellt der Stadt über 100 Millionen Franken zur Verfügung, unter anderem um Startups zu fördern und Krypto-Bezahlsysteme einzuführen. Aber Tether ist umstritten und immer wieder im Visier von Aufsichtsbehörden. Im Gegensatz zum Bitcoin behauptet Tether ein Stablecoin zu sein, was die Kryptowährung stabiler machen soll. Auf jeden Fall dürfte es Tether nutzen, den Fuß in der Tür zu haben, wenn Lugano seine ehrgeizigen Pläne umsetzt und damit die Basis für das spätere Wachstum der Krypto-Branche über die Tessiner Metropole hinausschafft.

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