Bitcoin-Mining verursacht laut Krypto-Dienstleister weniger CO2-Ausstoß als Computerspiele

Im Kryptobereich haben wohl Chinas Verbot von Bitcoin-Mining ebenso wie die Einführung des Bitcoin als Zahlungsmittel in El Salvador Konsequenzen auf die Kurse des laufenden und der kommenden Jahre.

Laut Bitcoin Suisse hat der Exodus der Bitcoin-Miner aus China klare geopolitische Implikationen, so Bitcoin Suisse-Forschungschef Markus Dapp bei der Präsentation des neuen Berichts „Crypto Outlook 2022“. Nachdem sich China selbst aus dem Spiel genommen hat, stellen die USA nun mittlerweile über ein Drittel der Rechenleistung zur Validierung der Bitcoin-Transaktionen. Stark zugelegt haben die Mining-Aktivitäten auch in Kasachstan, Russland oder Kanada.

Die Adoption des Bitcoin durch El Salvador dürfte ebenfalls geopolitische Auswirkungen haben. Das zentralamerikanische Land habe sich mit diesem Schritt gegen die expliziten Empfehlungen des Internationalen Währungsfonds (IWF) und der Weltbank gestellt, erinnert Bitcoin Suisse. Nun werde sich zeigen, ob sich 2022 weitere Länder anschließen würden.

Lightning-Technologie im Rampenlicht

Der Schritt von El Salvador hat die auf dem Bitcoin-Netzwerk aufbauende Lightning-Technologie ins Rampenlicht gerückt, da sie schnelle und billige Bitcoin-Transaktionen erlaubt. Damit haben die Bewohner El Salvadors nun einen sicheren und billigen Weg, überlebenswichtige Auslandsüberweisungen zu erhalten. Vor dem Hintergrund, dass 70 Prozent der Bevölkerung keine Bankverbindung haben, ein entscheidender Faktor für Sicherheit und Verbrechensbekämpfung: Lt. Dapp haben sich in El Salvador Verbrecher direkt darauf spezialisiert, Menschen beim Verlassen von Geldtransferbüros wie „Western Union“ auszurauben.
Generell wird für den Kryptoexperten die positive gesellschaftliche Wirkung von Bitcoin unterschätzt. Was für Länder mit funktionierenden Bankensystemen wie dem westeuropäischen Raum nur eine geringere Rolle spielt, könnte aber für die 1,7 Milliarden Menschen weltweit ohne Bankverbindung das Leben verändern.

Bitcoin: Umweltfreundlicher als Gaming

Die Bitcoin Suisse-Ökonomen relativieren auch die Vorwürfe der hohen Umweltschädlichkeit von Kryptowährungen und erachten die häufig gezogenen Vergleiche des Bitcoin-Energieverbrauchs mit demjenigen eines Landes als wenig sinnvoll, da nach Schätzungen Bitcoin mit 188 TWh jährlich etwa 0,12 Prozent der globalen Energieproduktion verbrauche. Hält man hier den Energieverbrauch der Goldproduktion (571 TWh) oder von Computerspielen (214 TWh) oder der jährlichen Weihnachtsbeleuchtung (201 TWh) entgegen, ergibt sich ein komplett anderes Bild.

ETH vor einem Schlüsseljahr

Ein wichtiges Jahr liegt vor Ethereum, deren „Smart Contract“-Blockchain im vergangenen Jahr eine Explosion der Anwendungen in Bereichen wie DeFi (Decentralized Finance) und NFT (Non Fungible Tokens) erlebt hat. Allerdings sieht sich ETH einem starken Wettbewerb ausgesetzt: Schnell wachsende Konkurrenten wie etwa Solana, Cardano oder Polkadot sind in Lauerstellung und drohen der Nummer 2 am Kryptomarkt den Rang abzulaufen. Behaupten will sich ETH mit dem technischen Schritt zum deutlich komplexeren „Ethereum 2.0“, der unter anderem den Wechsel auf das deutlich weniger energieintensive „Proof of Stake„-Verfahren beinhaltet. Lt. Gapp gleiche das komplexe Unterfangen einer „Operation am offenen Herzen“ mit einer 50:50 Chance auf Erfolg. Wenn etwas schiefgeht, oder „kommt es zu Verzögerungen, dann wird die Konkurrenz weiter zulegen.“

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