EU-weite Regelung beschlossen

Die “Markets in Crypto-Assets” (MiCA) ist beschlossene Sache. Damit schafft die EU eine einheitliche Regelung für den Krypto-Markt. In der Nacht zum 30. Jänner einigte man sich auf ein Gesetz, um Krypto-Überweisungen nachverfolgen zu können. Mit der MiCA-Verordnung kommen nun auf Exchanges und Krypto-Dienstleister einige neue Herausforderungen zu. Sie müssen künftig Informationen über Sender und Empfänger ermitteln, wenn sie Transaktionen abwickeln, wobei die Höhe des überwiesenen Betrages irrelevant ist. Zusätzlich besteht Kooperationspflicht mit Behörden, wenn diese wegen des Verdachts auf Geldwäsche oder Terrorismus ermitteln.

Damit legt die EU den Fokus dorthin, wo der Austausch zwischen Fiat und Krypto-Geld erfolgt. Transfers zwischen Inhabern von plattformunabhängigen Krypto-Wallets bleiben unberücksichtigt. Bei der Abwicklung von Transaktionen mit Krypto-Plattformen wie Coinbase, Crypto.com oder Binance und unabhängigen Wallets greift die Informationspflicht erst ab Beträgen ab 1.000 Euro.

USDT-Nachbeben

MiCA will vornehmlich Geldwäsche durch Kryptowährungen bekämpfen. Daneben will man das Fiasko von Tether in Zukunft vermeiden: Stablecoin-Anbieter USDT, aber auch USDC sind künftig verpflichtet, über genügend Reserven verfügen, um großen Anstürmen Stand halten zu können.

Zusätzlich kommt eine Art „Umweltausweis“: Die Umweltbilanz von Kryptowährungen findet Einzug in den Geschäftsalltag. Krypto-Firmen müssen ihren Energie-Verbrauch sowie den Umwelt-Einfluss ihrer Assets auf die Umwelt angeben. Damit war zunächst wieder die Angst vor einem Bitcoin-Verbot immanent; doch das befürchtete PoW- und Bitcoin-Verbot ist vom Tisch.

Die zukünftige Regelung von NFT ist indes ungewiss. Noch sind sie nicht von der MiCA-Verordnung erfasst, allerdings ist augschoben nicht gleich aufgehoben: Hier soll innerhalb der nächsten eineinhalb Jahre eine Entscheidung fallen, ob es einer Nachjustierung bedarf.

Reaktionen

EU-Abgeordneter Martin Schirdewan von den Linke begrüßte die Einigung: „Wie auch beim traditionellen Banktransfer muss klar nachvollziehbar sein, wer tatsächlich Absender und Empfänger der Kryptowerte ist.“

Einer der führenden Blockchain-Experten Deutschlands, Philipp Sandner, zeigte sich dagegen erleichtert, dass „die harten Wünsche des Europäischen Parlaments“ abgeschwächt worden seien. Dazu gehöre, dass der Identifikationszwang erst bei Summen über 1.000 Euro greife.

Robert Kopitsch vom Verband Blockchain for Europe meinte im Gespräch mit BTC-ECHO: “Wir sind froh, dass wir bald Rechtssicherheit in Bezug auf wichtige Aspekte im Bereich der Krypto-Assets haben. Es gibt klare Definitionen, versierte CASP-Regeln, eine vernünftige Aufsichtsregelung und einen Umsetzungszeitplan.”

Vorbildwirkung

Eine EU-weite Einheitsregelung schafft bei aller Verunsicherung aber auch die Basis für einen insgesamt sichereren Krypto-Markt, da Schlupfwinkel in Form von länderspezifischen Regelungen bzw. teilweise rechtsfreie Räume damit künftig geschlossen sind. Das schafft Vertrauen für eine breitere Akzeptanz und den Mut zu Investitionen in Kryptos auf einer breiteren gesellschaftlichen Ebene. Es ist mehr als wahrscheinlich, dass mit den USA bald auch der nordamerikanische Raum folgen wird.

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