Seltene Freude: Gute Nachricht vom Finanzministerium

Das Bundesfinanzministerium hat in Deutschland Begeisterungsstürme in der Kryptobranche hervorgerufen, als es die Haltefrist von zehn Jahren bei Staking und Lending gekippt hat. Das erklärte es in einer Anweisung an die Finanzämter, wie Kryptowährungen steuerlich zu erfassen sind. Im Vordergrund steht dabei die Aufhebung der Zehnjahreshaltefrist: „Bei virtuellen Währungen kommt die Verlängerung der Veräußerungsfrist nach § 23 Absatz 1 Satz 1 Nummer 2 Satz 4 EStG nicht zur Anwendung.“

Statt der bisherigen Frist von 10 Jahren gilt für Kryptowährungen, die aus Staking und Lending generiert werden, nun eine Haltefrist von nur mehr einem Jahr. Es versteht sich, dass dieser Schritt zu einem Aufatmen in der letzthin schwer gebeutelten Krypto-Szene führt. Auch seitens der Politik wird diese Maßnahme positiv kommentiert: Frank Schäffler von der FDP etwa spricht von einem “Meilenstein” für die deutsche Kryptobranche und „mehr steuerrechtlicher Klarheit.”

Steuerliche Einordnung möglich

Bisher taten sich sowohl Behörden als auch Investoren schwer, wenn es um die Versteuerung der digitalen Assets ging. Nun ist es jedoch so, dass Krypto-Assets klar als Wirtschaftsgüter definiert sind. Damit erfolgt erstmals eine klare Einordnung in das deutsche Einkommensteuerrecht. Daneben wurde seitens des Ministeriums bei mehreren Begriffen nachgeschärft und hinsichtlich der Wertermittlung der Kryptos ein Schritt in Richtung Praxisfreundlichkeit gemacht: Ein alter Entwurf sah noch einen „Durchschnittswert von drei Exchanges” vor, doch nun reicht der Kurs einer einzigen Handelsplattform oder einer „wertbasierten Liste” wie CoinMarketCap.

Achtung bei Staking

Bei Staking unterscheidet das BMF künftig zwischen aktivem und passivem Staking – passives Staking gilt als “private Vermögensverwaltung”, aktives Staking jedoch wird als gewerblich klassifiziert. Das wesentliche Unterscheidungsmerkmal dabei ist die Blockerstellung. Das Schreiben des BMF im Wortlaut: „Die Blockerstellung stellt keine private Vermögensverwaltung dar. Sowohl beim Mining als auch beim Forging* erhalten die Blockerstellenden die Blockbelohnung und die Transaktionsgebühren im Tausch für die Erstellung neuer Blöcke. Die Tätigkeit entspricht damit dem Bild eines Dienstleisters.“

Hier lauern steuerliche Fallen für Personen, die beispielsweise eine Staking Node betreiben: Sie gelten für das Bundesfinanzministerium als Dienstleister und müssten ihre Einkünfte gewerblich versteuern, was vor allem hinsichtlich der steuerlichen Regelungen im gewerblichen Bereich Gefahren birgt. So gibt es beispielsweise keine steuerfreie Frist; beendet jemand seine Staking-Tätigkeit, muss sämtliches Kapital versteuert werden!

Unterm Strich ein Schritt in die richtige Richtung, der als Auftakt zu einer einheitlichen und zeitgemäßen Lösung gesehen werden kann. Natürlich hinkt der Gesetzgeber der schnelllebigen Kryptobranche hinterher, eine legislative Lösung für die zum Teil grassierenden Missstände gibt den Marktteilnehmern jedoch endlich Werkzeuge in die Hand, um zu mehr Recht und gesellschaftlicher Akzeptanz zu kommen.

* So bezeichnet das BMF Staking

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