Citadel-CEO Griffin kündigt Krypto-Engagement an

Die jüngsten Aussagen von Kenneth Griffin in einer Talkshow zeugen von einem Umdenken in Sachen Krypto. Galt der Citadel-CEO bis jetzt immer als entschiedener Kritiker von Kryptowährungen, will nun sein Hedgefonds Citadel LLC verstärkt im Bereich Kryptowährungen Engagement zeigen. Kenneth Griffin wird auf der Forbes-Liste von 2021 als drittreichster Hedgefondsmanager der Welt gelistet. Sein Vermögen wird auf 16 Milliarden US-Dollar geschätzt, womit er nur hinter den beiden Investorenlegenden Jim Simons (25 Milliarden US-Dollar) und Ray Dalio (20 Milliarden US-Dollar) liegt. Der Hedgefonds Citadel LLC verwaltet Vermögenswerte im Wert von über 38 Milliarden US-Dollar. Durch den beträchtlichen Einfluss von Citadel ist klar, dass Griffins Aussage merkliche Auswirkungen auf den Krypto-Markt haben wird.

Vom Kritiker zum Fan

In der Vergangenheit war Griffin ein scharfer Kritiker der Kryptowährungen und stellte 2017 noch den Vergleich mit dem holländischen Tulpenwahn des 17. Jahrhunderts auf. Damals vervielfachten wilde Spekulationen die Preise für Tulpen innerhalb weniger Monate, bevor sie panikartig ins Bodenlose fielen. Griffin damals: „Solche Blasen enden meistens mit Tränen. Und ich mache mir Sorgen darüber, wie diese Blase enden könnte.“ Im Oktober 2021 machte Griffin wieder von sich hören und bezeichnete Bitcoin-Anhänger als „Dschihadisten“, die lieber in den US-Dollar investieren sollten. Doch nun erfolgte eine radikale Kehrtwende: Der Hedgefondsmanager gab zu, sich geirrt zu haben. „Kryptowährungen waren in den letzten 15 Jahren eine der großen Erfolgsgeschichten in der Finanzwelt“, so Griffin im Rahmen der Bloomberg-Talkshow „Bloomberg Wealth with David Rubenstein“. Er bezeichnete das Wachstum des Krypto-Versums nun als „außergewöhnlich“ – eine unerwartete Meinungsänderung, die für große Aufmerksamkeit unter Krypto-Enthusiasten sorgte.

Griffin will sich bei Kryptowährungen engagieren

Klar ist: Investoren wie Griffin sind beinharte Rechner. Der Handel mit Kryptowährungen dürfte großes Profitpotenzial für seinen Hedgefonds bieten, zumal sich ein großer Teil seiner Kunden dafür interessiert: Teil von Griffins Fonds ist nämlich die Sparte Citadel Securities, über die bis zu vierzig Prozent des amerikanischen Handelsvolumens von Kleinanlegern gehandelt wird. Citadel Securities sorgt dabei als Market Maker für eine ausreichende Liquidität am Markt, was wiederum das zeiteffiziente Aufeinandertreffen von Angebot und Nachfrage ermöglicht. Beschränkten sich die Market Making-Aktivitäten von Citadel Securities bis jetzt zum Großteil auf Aktien und Derivate, wird nun der Einstieg in Krypto-Geschäfte ernsthaft in Erwägung gezogen, zumal sich immer mehr Anleger für Krypto-Investitionen interessieren.

Dafür spricht neben der vollmundigen Erklärung im Fernsehen vor allem die Ankündigung einer Investition von 1,15 Milliarden US-Dollar in die beiden Krypto-Risikokapitalgesellschaften Sequoia Capital und Paradigm, die im Jänner erfolgt war. Besonders für Ethereum ist Griffin bullish eingestellt, da Ethereum umweltfreundlicher als Bitcoin sein soll.

Auch „The Wolf of Wall Street“ ist mit an Bord

Nicht nur Griffin hat seine Meinung bezüglich der Krypto-Welt revidiert – Jordan Belfort, der vielen Anlegern durch den Hollywood-Streifen „The Wolf of Wall Street“ (2013) bekannt sein dürfte, prognostizierte erst kürzlich einen Anstieg des Bitcoin-Kurses auf 100.000 US-Dollar. Hatte Belfort Kryptowährungen anfangs für einen lächerlichen Hype gehalten, lobt er mittlerweile die Vorzüge der Blockchain-Technologie. Wenn also sogar hartgesottene Großinvestoren zu Krypto-Fans werden, dürfte das Platzen der vielzitierten „Blase“ wohl noch etwas länger auf sich warten lassen…

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