Instagram will neue Geschäftsmodelle für Inhalte-Ersteller ausprobieren

NFTs sind digitale Güter, die auf einer Blockchain gespeichert und unabhängig von einer zentralen Instanz wie Facebook oder Google autorisiert und verkauft werden. Damit erhalten Computercodes ähnliche Eigenschaften wie Gegenständen in der realen Welt. Am gebräuchlichsten sind digitale Kunstwerke – wer ein NFT kauft, kauft damit auch die Besitzrechte dieses NFTs auf der Blockchain, auf der es gespeichert ist. Aufmerksamkeit erhielten NFTs 2021 durch eine Reihe hochpreisiger Verkäufe; zuletzt ist der NFT-Markt jedoch wieder erheblich geschrumpft und auch die Preise sind erheblich zurückgegangen.

„Digitale Sammlerstücke“ auf Instagram

Instagram testet in einer ersten, limitierten Testphase den Handel mit NFT, in der einige Instagram-User ihre NFTs auch auf ihrem Profil ausstellen können. Damit folgt man dem Beispiel von Twitter, das eine ähnliche Funktion bereits letztes Jahr eingeführt hatte. Instagram möchte auf diese Weise das Angebot und den Handel der digitalen Güter beobachten, um so ein Gespür für das Geschäft und dessen Potenzial zu erlangen.

Der Ablauf ist so gedacht, dass die Personen aus der Testgruppe ihre NFTs über Digital Wallets von Drittanbietern in der App verknüpfen müssen. Kompatibel sind die Wallets von Rainbow, MetaMask und Trust Wallet; Coinbase, Dapper und Phantom sollen laut Meta bald folgen. Das soll für NFTs auf den Blockchains Ethereum, Polygon, Solana und Flow möglich sein. Für bessere Sichtbarkeit werden die NFT optisch mit einem speziellen visuellen Effekt hervorgehoben. Ein weiteres Feature ist die Einsatzmöglichkeit von NFTs als Avatare. Verifizierte NFT-Besitzer können ihre NFTs auf Instagram auch mit ihren Followern teilen. Das Angebot ist vorerst gebührenfrei.

Erster Schritt Richtung Blockchain-Technologien

Mit dem Ausblick auf einen zukünftig stärkeren Stellenwert von Blockchain-Technologien kann man davon ausgehen, dass Instagrams Vorstoß den Weg bereitet für etwas sehr viel Größeres. Mark Zuckerberg zufolge handelt es sich dabei primär um ein Experiment. „Das ist nur der erste Schritt“, sagte er dem Podcast Impact Theory. „Wir glauben, dass hier ist eine wichtige technologische Richtung für die Welt, und ich glaube immer, wenn man etwas für wichtig hält, sollte man auch daran arbeiten.“

Meta ist eindeutig auf der Suche nach neuen Geschäftsfeldern – beispielsweise sollen auch auf Facebook die „digitalen Collectibles“ eingeführt werden. Da zwischen den verschiedenen Plattformen des Unternehmens Inhalte ausgetauscht werden können, sollen NFT von Facebook per AR-Sticker auch in Instagram-Stories dargestellt und geteilt werden können. Weitere Anwendungsmöglichkeiten wären etwa NFTs, die auch als Eintrittskarten oder Kreditkarten gescannt werden können. Die Möglichkeiten sind breit gefächert; man darf gespannt sein, wie sich das Pilotprojekt entwickelt.

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