Der Staat verdient gut an Kryptos

Schon seit längerer Zeit gibt es in immer mehr Ländern Bestrebungen hinsichtlich Krypto-Regulierungen. Die ins Feld geführten Hauptargumente sind der hohe Energieverbrauch beim Mining, Anlegerschutz und mehr Sicherheit dank Kontrolle. Ob staatliche Kontrolle zwangsläufig mehr Sicherheit bringt, darf angesichts beredter Beispiele aus dem Bankensektor bis hin zu Fluglinien bezweifelt werden – Fakt ist, dass Milliarden an Steuergeldern (wenn man so will eingelegtem Vermögen der Bürger) für die Rettung von staatsnahen Unternehmen ausgegeben wurden und werden.

Wir wollen unser Stück vom Kuchen

Weit plausibler ist der Zugang, dass der Staat schlichtweg sein Stück vom Kuchen abhaben will. Kontrolle ja, Anlegerschutz OK, aber geht es in Wahrheit nicht um Steuereinnahmen? Das dem so ist und dass das nichts Schlimmes sein muss, beweist Indonesien: Der asiatische Inselstaat erhebt sein Mai 2022 eine Steuer in Höhe von 0,1 Prozent auf den Kauf von Krypto-Assets ein. Zusätzlich nimmt er sich weitere 0,1 Prozent von den Transaktionen, Erträgen und Kapitalerträgen.

Die Menge macht’s

0,1 Prozent ist ein kaum nennenswerter Anteil, der die Marktteilnehmer kaum stören dürfte, dem indonesischen Staat aber monatlich über 6 Millionen US-Dollar in die Kassen spült. Das offenbarte Yon Arsal, der Sonderbeauftragte der indonesischen Regierung für Steuerkonformität, kürzlich während einer Einzelhandelskonferenz. Gemessen an der kurzen Zeit, in der diese Steuer erst eingehoben wird, und am Entwicklungspotenzial der Branche, besteht noch viel Luft nach oben.

Darüber hinaus plant Indonesien, eine eigene Börse für Cyberdevisen einzurichten. Damit will man einerseits die Steuereinnahmen steigern, andererseits die steigende Beliebtheit von Kryptowährungen ausnutzen und neben den Einnahmen auch das Level an Kontrolle steigern. Die indonesische Aufsichtsbehörde beziffert das Handelsvolumen des Vorjahres mit knapp 60 Milliarden US-Dollar, was einer Verzehnfachung gegenüber dem Jahr zuvor darstellt. Das für 2021 avisierte Projekt einer eigenen Krypto-Börse wird allerdings erst Ende 2022 finalisiert sein, da es aufgrund der Komplexität der Materie zu mehrmaligen Verzögerungen gekommen war.

Privates Engagement im Krypto-Markt

Neben der staatlichen Seite schläft aber auch die private Konkurrenz nicht und so hat das indonesische FinTech GoTo erst vor Kurzem die lokale Kryptobörse PT Kripto Maksima Koin für knapp 8,4 Millionen US-Dollar übernommen. In Summe ist Indonesien ein spannender Wachstumsmarkt, der eine Beobachtung wert ist und vorzeigen kann, wie annehmbare staatliche Partizipation am Krypto-Markt aussehen kann.

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