Mehr Regulierung = mehr Investitionen

Am 12. Oktober trafen sich die Finanzminister und Zentralbänker der G20-Staaten in Washington, D.C. Auf ihrer Agenda stand auch die Regulierung der Kryptomärkte nach Vorschlägen des internationalen Finanzstabilitätsrats (FSB) für globale Standards. Voraussetzung dafür ist, dass die Behörden der G20-Staaten die erforderlichen Befugnisse für die Einleitung von regulatorischen Maßnahmen erhalten. Darauf folgend soll ein einheitliches Rahmenwerk eine Bedrohung der Finanzstabilität durch einen wachsenden Kryptomarkt verhindern. Um die Einhaltung zu gewährleisten, ist eine grenzüberschreitende Zusammenarbeit der Aufsichtsbehörden empfohlen.

Nach dem Vorbild der EU sollen auf globaler Ebene Regulierungen implementiert werden, an die sich Krypto-Dienstleister halten müssen. Damit sollen Geldwäsche und Terrorismus bekämpft werden. In Europa etwa müssen Transaktionen ab einem Volumen von 1.000 Euro gemeldet und die Identität der Zahlungsteilnehmer verifiziert werden.

Dabei hat man vor allem diejenigen Krypto-Anbieter im Visier, denen mehrere Dienstleistungen zusammenlaufen. Anbieter wie Binance oder Bitpanda beispielsweise stehen im Fokus und sollen stärker reguliert werden. Halten diese „Big Player“ die Regeln nicht ein, droht sogar eine Zerschlagung und Umverteilung der Dienstleistungen auf mehrere kleinere Unternehmen. Inwieweit die Maßnahmen global oder einzelstaatlich umgesetzt werden, bleibt offen. Die EU hat hier mit der MiCA-Verordnung bereits einen Vorstoß gemacht.

Regulatorien fördern Investitionslust

Dass strengere und global gültige Regulatorien die Kauflust der Investoren steigern können, ist jedenfalls durch eine kürzlich veröffentlichte Studie belegt: Sie wurde gemeinsam von der Unternehmensberatung PwC, der AIMA (Alternative Investment Management Association), Elwood Technologies und dem Vermögensverwalter CoinShares durchgeführt. Laut ihr ist das Interesse an Kryptowährungen ungebrochen. Befragt wurden vor allem institutionelle Investoren, die über beträchtlich größere Handelsvolumen verfügen als der durchschnittliche Krypto-Investor. Große Fonds sind es auch, die eine Trendwende und signifikante Kursänderungen herbeiführen können.

Laut den Studiendaten wurde etwa die Hälfte der derzeit über 300 Krypto-Hedgefonds in den letzten drei Jahren aufgelegt. Bei den Strategien der Anleger überwiegen marktneutrale Strategien. Im Vergleich zum Vorjahr investieren mehr Hedgefonds-Manager mehr Vermögen in Kryptos – diese machen aber immer noch nur einen kleinen Teil des Investitionsvolumens aus. Allerdings soll sich das ändern, denn die Autoren zeichnen einen positiven Ausblick: 67 Prozent wollen zukünftig mehr investieren.

Bei den Managern, die bis dato noch nicht in Kryptowährungen investierten, geben 16 Prozent an, bereits über konkrete Investitionspläne für das laufende Jahr zu verfügen. Gänzlich ablehnende zeigen sich 41 Prozent der befragten Manager – gegenüber dem Vorjahr ein Minus von 16 Prozent. Interessant in diesem Zusammenhang ist die überwältigende Mehrheit von 83 Prozent der Befragten, die angaben, aufgrund fehlender Regulierungen nicht in Kryptos zu investieren. Vielleicht ändert sich das ja mit den Initiativen von UN, G20 oder EU.

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