Erfreuliche und überraschende Ergebnisse der EZB-Studie.

Von der Europäischen Zentralbank (EZB) kommen gemischte Signale: Jüngst hat ihre Präsidenten Christine Lagarde in einem Interview mit dem niederländischen Fernsehen erklärt, dass ihrer „bescheidenen Meinung“ nach, Kryptowährungen „nichts wert“ seien. Es basiere auf nichts – es gebe keinen Sicherheitsanker, wie sie ergänzte. Das Recht auf freie Meinungsäußerung gibt ihr das Recht zu solchen Aussagen, die jedoch durch statistische Ergebnisse widerlegt werden.

Just die EZB war es, die eine Studie in Auftrag gegeben hat, die Menschen zu ihren Krypto-Assets befragte. Laut dieser Studie, die auch auf Daten aus Belgien, Italien und Spanien fußt, verfügen rund 37 Prozent der Befragten über Krypto-Assets im Wert von schätzungsweise bis zu 999 Euro. Bei 29 Prozent sind es zwischen 1000 und 4999 Euro und bei 13 Prozent 5000 bis 9999 Euro. Nur bei 6 Prozent waren es mehr als 30.000 Euro. Der Besitz von Bitcoin & Co. ist in den Niederlanden mit 14 Prozent der Haushalte populärer als in Deutschland mit rund neun Prozent und Frankreich, wo es nur sechs Prozent sind.

Während die EZB-Präsidentin sich Sorgen um das Investment der Menschen macht, hat die Studie ein eindeutiges Ergebnis. In allen Ländern war es in den obersten 20 Prozent der Einkommenspyramide am wahrscheinlichsten, dass dort Krypto-Werte gekauft wurden. Im Durchschnitt seien eher jüngere Männer der Niedrigverdiener-Schicht und besser ausgebildete Bürger Käufer von Krypto-Assets. Die Mittelschicht verhält sich eher zurückhaltend.

Laut der EZB-Präsidentin sei wenigen Menschen klar, welche Risiken mit solchen Investments verbunden seien. Man könne alles verlieren, und das gelte es seitens der Regierungen zu verhindern. Man muss sich in diesem Zusammenhang jedoch klar vor Augen halten, dass klassische Spar- und Anlageformen mangels inexistenter Rentabilität so gut wie keine Attraktivität mehr besitzen. Somit ist es nur logisch, dass gebildete Mehrverdiener einen kleinen Teil ihres Vermögens investieren und Geringverdiener ganz einfach gezwungen sind, ein höheres Risiko einzugehen, um überhaupt Chancen auf Renditen zu haben.

Die EZB hält ihrerseits Krypto-Assets für eher ungeeignet für Kleinanleger und hat die Europäische Union aufgefordert, dringend neue Regeln für diese Finanzanlagen zu erlassen, denn bei den meisten bestimmten allein Angebot und Nachfrage den Preis. Hintergrund dessen: Stablecoins, deren Nutzung als Zahlungsmittel oder Wertanlage vereinfacht werden soll. Börsenregulierer, die seit längerem weltweit um Regeln für den Kryptowährungsmarkt ringen, haben wiederholt auf die Risiken für die Finanzstabilität hingewiesen. Vor dem Hintergrund der Finanzkrise 2008, als weit und breit noch keine Kryptowährungen im Umlauf waren, ein etwas heuchlerischer Ansatz.

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