Zusatzschub durch Merge?

Was länge währt, wird hoffentlich in Kürze endlich gut: Der seit Monaten angekündigte, bereits mehrfach verschobene ETH-Merge soll im September endlich über die Bühne gehen. Dabei wird das Mining-Verfahren von Proof-of-Work (PoW) auf Proof-of-Stake (PoS) umgestellt. Diese „Beacon Chain“ existiert bereits seit 2020 und soll nach dem Merge dafür genutzt werden, um neue Transaktionen zu validieren. Das Konzept sollte aller Wahrscheinlichkeit nach funktionieren, wird es doch bereits bei Wettbewerbern wie Solana und Avalanche erfolgreich eingesetzt. Ziel ist es, einen zeiteffizienteren, ressourcenschonenden und sichereren Datenverkehr zu gewährleisten.

Nach erfolgreichen Simulationen vor wenigen Monaten haben die Ethereum-Entwickler kürzlich weitere Fortschritte vermeldet und werden in den kommenden Wochen eine Reihe von Veranstaltungen für potenzielle Staker und andere Mitglieder der Community abhalten. Dennoch ist Euphorie verfrüht: Mati Greenspan, Gründer und Geschäftsführer von „Quantum Economics“, warnt: „Der Merge selbst ist ein äußerst riskantes Ereignis, bei dem alles Mögliche schief gehen kann.“ Und selbst, wenn der Merge technisch funktioniert, ist damit noch keinesfalls gesichert, dass damit ein nachhaltiger ETH-Rush ausgelöst wird.

Grünes Mäntelchen mit Flippening-Chance

Die Umstellung von PoW zu PoS bringt einen entscheidenden Vorteil mit sich: Die Ökobilanz verbessert sich signifikant. Der Energiebedarf des Ether-Minings soll sich um 99,9 Prozent verringern und ETH zur deutlich ökologischeren Alternative zu BTC machen. Gerade der Energieverbrauch ist es, der Krypto-Kritikern besonders sauer aufstößt und zu weltweiten Maßnahmen gegen das energieintensive Mining führt.

Wenn sich ETH bei funktionierender PoS-Technologie plötzlich zum „Green hero“ der Altcoin-Szene aufschwingt, stellt sich natürlich die Frage, ob Ethereum dem Bitcoin den Rang ablaufen kann. Das „Flippening“ – wenn man so will der Überholvorgang – scheint näher zu rücken. So betrug der Krypto-Marktanteil des Bitcoin im Januar 2021 laut „CoinMarketCap“ noch 70 Prozent, inzwischen macht die Ur-Kryptowährung nur noch 40 Prozent der gesamten Marktkapitalisierung des Sektors aus. QCP, ein Krypto-Handelshaus, sieht kurz- und mittelfristig auch eine gute Entwicklung für Ethereum. Das Krytodienstleistungsunternehmen teilte mit, dass in den letzten Tagen „eine unglaubliche Menge“ an Ether-Call-Optionen eingegangen sei, und fügte hinzu, dass sich unter den Käufern viele kapitalintensive Hedgefonds befanden.

Outperformer

In den letzten Wochen konnte ETH den Krypto-Gesamtmarkt outperformen. Die Nummer Zwei sin den vergangenen vier Wochen um über 50 Prozent auf aktuell knapp 1.700 US-Dollar. Der Bitcoin konnte dieses Tempo nicht mitgehen und stieg nur rund 15 Prozent auf knapp über 23.100 US-Dollar. Doch auch, wenn ETH den Abstand verkürzt, bleibt noch immer eine große Lücke: ETH bringt es auf eine Marktkapitalisierung von 206,4 Milliarden US-Dollar, wohingegen alle BTCs in Summe 442,1 Milliarden US-Dollar wert sind. Es liegt also schon noch ein breites Stück Weges vor ETH, aber vielleicht sorgt ja der Merge im September für den entscheidenden Schub…

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