Fed-Maßnahme sorgt für Entspannung

Nach Monaten der Talfahrt und Kurseinbrüche gab es nun eine kleine Atempause für die gebeutelten Kryptokurse. Die US-Notenbank hatte den Leitzins angehoben, worauf die Kurse mit Entspannung und Anstiegen reagierten. Ein wichtiges Entspannungssignal, ist doch die Marktkapitalisierung um zwei Drittel von über 3 auf 1 Billion US-Dollar eingebrochen. Nach der Leitzinserhöhung zog auch die Marktkapitalisierung nach und stieg um 8 Prozent auf 1,1 Billionen US-Dollar. Analog dazu gaben sich auch BTC und ETH einen Ruck und zogen um 9 bzw. 13 Prozent an. Damit hat man in sich in etwa auf das Niveau von Juni eingependelt.

Die Fed-Zinserhöhung um 0,75 Prozentpunkte ist bereits die vierte ihrer Art in diesem Jahr – und wohl auch nicht die letzte. Fed-Chef Jerome Powell zufolge könne die nächste Anhebung im September folgen, um der zuletzt stark gestiegenen Inflation zu begegnen – mit 9,1 Prozent verzeichnet man die höchste Inflationsrate seit über 40 Jahren.

Paarlauf mit dem Aktienmarkt

Wie schon in der Vergangenheit bewegten sich auch die Aktienmärkte parallel zum Kryptomarkt. So hatte der Nasdaq den stärksten Tagesanstieg seit November 2020. Abzuwarten ist nun, ob die Tendenz anhält oder nur kurzfristig angekauft wurde, um Kursgewinne abzugreifen und dann die Assets wieder abzustoßen.

Eine nachhaltige Beruhigung ist allerdings lt. Adam Sze, Head of Digital Assets Products bei Global X, nicht in Sicht. Gegenüber BTC-Echo erklärte er: “In naher Zukunft wird der Krypto-Markt aufgrund verschiedener makroökonomischer Faktoren volatiler sein als zuvor”, dazu gehören beispielsweise die aktuell hohe Inflation, steigende Zinssätze sowie anhaltende Probleme in den Lieferketten”.

Die branchenspezifischen Probleme wie die im Gange befindliche Marktbereinigung machen dem Kryptomarkt zusätzlich zu schaffen. Miner stoßen Assets ab, Lendingunternehmen, Hedgefonds und Kryptobörsen nehmen radikale Korrekturen vor – all das wirkt auf potenzielle Anleger wenig kaufanregend. Andere Investoren ziehen sich angesichts der Entwicklungen aus den Kryptowährungen zurück.

Vorsichtiger Optimismus

Zwar steckt Krypto im Moment in einem Bärenmarkt, diese Marktsituation birgt aber Raum für Aufbau. Ethereum hat positive Aussichten (irgendwann kommt sicher auch noch der Wechsel auf PoS, obwohl sich The Forge vermutlich wieder verzögern wird), da es zunehmend von institutionellen Investoren angenommen wird. Edward Moya, der leitende Marktanalyst für Nord- und Südamerika bei Oanda: „Der Fed-Entscheid sorgte für die optimistische Auffassung, dass ein Ende der Straffung in Sichtweite ist. Das wiederum hat eine beachtenswerte Rallye bei riskanten Anlagen ausgelöst und gab den Kryptowährungen Auftrieb.“

Übrig bleibt die Frage, ob die Fed mit ihren Maßnahmen die Inflation bändigen kann und die Anleger wieder Mut fassen. Nach den Fed-Korrektoren von Mai und Juni war nur ein kurzes Aufflackern zu verzeichnen, das nicht von Dauer war.

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