Von A wie Altcoin bis W wie Whale

Auch wenn das Interesse an Bitcoin stetig steigt, bleibt die Kryptowelt für viele Menschen schwer durchschaubar und ihre Begriffe unverständlich. Während Begriffe wie „Währung“ oder „Münze“ grundsätzlich vertraut klingen, verstehen die meisten Menschen kaum Bezeichnungen wie „Altcoins“, „Hodln“, „Fomo“ oder „Defi“.

Altcoins

Altcoins sind die alternativen Kryptowährungen neben dem Bitcoin. Sie gelten als noch risikoreicher, da die Kursentwicklung deutlich volatiler ist als bei Bitcoin, versprechen aber gleichzeitig größere Gewinne in kurzer Zeit. Auch wenn einige größere Altcoins dabei sind, sich zu emanzipieren, ist ihr Preis stark von Bitcoin abhängig, wobei sich die Kursbewegungen manchmal verzögern.

Wenn Bitcoin abstürzt, stürzen die Altcoins in der Regel noch stärker ab. Explodiert der Bitcoin-Wert, haben es auch die Altcoins schwer, weil das Geld dann auch in die weniger riskante größte Kryptowährung fließt. Ist der Bitcoin stabil und die Stimmung positiv, ist die Zeit für fette Altcoins-Gewinne gekommen, was dann als „Altcoin-Saison“ bezeichnet wird.

Shitcoin

Der Name ist Programm: In der Regel wird damit eine Kryptowährung bezeichnet, die gar nicht vorgibt, einem bestimmten Zweck dienen zu wollen, sondern nur als Scherz oder Satire gegründet wurde. Coins mit Hundereferenzen im Namen („Dogecoin“, „Shiba Inu“) sind ein gutes Indiz dafür. Die Tatsache, dass diese Projekte, die liebevoll Memecoins genannt werden, eine Marktkapitalisierung von 25 Milliarden Dollar oder mehr erreichen können, sorgt für Erstaunen in der Krypto-Community.

Stablecoin

Stablecoins sollen – wie der Name schon sagt – vor allem eines sein: stabil. Dies bezieht sich in der Regel auf die Korrelation mit einer Geldwährung, wie dem US-Dollar oder dem Euro. Die größten Dollar-Stablecoins sind Tether (USDT), der USD Coin (USDC) und das digitale Dollar-Äquivalent an der Krypto-Börse Binance (BUSD). Der Preis ist an den Preis der Referenzwährung gekoppelt. Für jeden Krypto-Dollar sollten die dahinterstehenden Emittenten reale Dollar auf ihrer Seite haben.

Hodl

Der populäre Begriff Hodl oder Hodln ist kein Fachbegriff, der einen aufwendigen technischen Prozess beschreibt, sondern ist schlicht aus einem Tippfehler entstanden. Der Bitcoin-Besitzer „GameKyuubi“ postete 2013 einen Forumsbeitrag, in dem er dazu aufrief, Bitcoin zu halten („Hold“) und verursachte dabei versehentlich einen Schreibfehler. Der Begriff wurde schnell Teil des sprachlichen Inventars der Krypto-Community und beschreibt die Strategie, Kryptowährungen im Zweifelsfall abzuwarten, insbesondere wenn der Kurs abstürzt, und sie als langfristige Investition zu betrachten.

Fomo, Fud

Die beiden Akronyme Fomo („fear of missing out“ – Angst, etwas zu verpassen) und Fud („fear, uncertainty and doubt“ – Angst, Unsicherheit und Zweifel) stammen zwar nicht aus der Kryptoszene, werden dort aber besonders häufig verwendet. Während Fomo das gesellschaftliche Phänomen beschreibt, bei einem Thema oder einer Entwicklung nicht auf dem Laufenden oder involviert zu sein, wird der Begriff Fud seit den 1970er Jahren einer Marketing- und PR-Strategie zugeordnet. Dabei werden bewusst Zweifel und Desinformationen gesät, um Menschen zu verunsichern oder sie zu einer politischen Veränderung oder zum Kauf eines Konkurrenzprodukts zu bewegen.
Übertragen auf Kryptowährungen bedeutet dies: Wenn der Wert eines Coins in die Höhe schießt, bilden sich viele Menschen ein, dass sie unbedingt in diesen investieren müssen – weil sie Angst haben, am Ende mit leeren Händen dazustehen oder die Gewinnrallye zu verpassen. In der Praxis führt Fomo zu dem bekannten Phänomen, dass Menschen gedankenlos in Kryptowährungen investieren, wenn die Preise bereits stark gestiegen sind, und in Panik verkaufen, wenn der Preiswert bereits abgestürzt ist.
Fud wird eher verwendet, um negative Berichte zu beschreiben, die von Influencern, Medien, aber auch traditionellen Finanzinstituten, Großinvestoren und Politikern verbreitet werden. Nicht selten führen Meldungen zu zwischenzeitlichen Kurseinbrüchen.

Whale

Die sogenannten Wale – im Deutschen wird meist der englische Begriff verwendet – sind jene Konten, die durch einzelne Transaktionen den Kurs von Kryptoprojekten stark bewegen können. Ihr Verhalten an Kryptobörsen wird genau beobachtet, weil es Rückschlüsse darauf geben kann, ob zum Beispiel eine nachhaltige Kurskorrektur nach unten oder eine Kursrallye nach oben bevorsteht.

Bär, Bulle

Die Begriffe Bär und Bulle stammen eigentlich aus dem Börsenjargon. Während Bären mit der Pfote nach unten schlagen und damit den Markt bzw. die Kursentwicklung nach unten drücken, ziehen Bullen nach oben – so zumindest die gängige Erklärung, wie der Tierbezug zu verstehen ist.
Daraus abgeleitet wird ein mittel- und längerfristiger Abwärtstrend als Bärenmarkt bezeichnet, während eine Wachstumsphase als Bullenmarkt bezeichnet wird. Die Begriffe sind nicht eins zu eins vom traditionellen Aktienmarkt auf Krypto übertragbar, da die Kursentwicklung und die Zeitspannen im Krypto-Universum heftiger und kürzer sind. Generell gibt es aber auch bei Kryptowährungen Trader, die eher auf steigende Kurse setzen (Bullen), und andere, die immer mit dem Crash liebäugeln und deshalb gerne auf fallende Kurse setzen (Bären).

Bitcoin-Maximalist

Bitcoin-Maximalisten schwören ganz auf Bitcoin und glauben nicht, dass eine andere Kryptowährung Erfolg haben oder langfristig eine gute Investition sein wird. Da sich um Projekte wie Ethereum inzwischen eigene Ökosysteme von Währungen (Token) und Anwendungen gebildet haben, sind die Bitcoin-Maximalisten tendenziell weniger geworden.

Mining, Staking

Während das Mining („Schürfen“) grob gesagt Rechenleistung (und viel Energie) benötigt, um mathematische Aufgaben zu lösen und damit neue Coins zu produzieren, sichert das Staking die zugrundeliegende Infrastruktur und validiert damit auch neue Coins, indem es bereits bestehende Kryptowährung selbst bereitstellt.

Defi, Farming, Lending

Der Begriff Defi steht für „Decentralized Finance“ und fasst Konzepte und Prozesse zusammen, die aus der Finanzwelt bekannt sind, aber im Krypto-Universum dezentral abgewickelt werden. Vereinfacht ausgedrückt können Krypto-Besitzer über das dezentral organisierte Netzwerk anderen Liquidität zur Verfügung stellen und dafür feste „Zinsen“ erhalten („Farming“) oder auch über das Netzwerk Kredite aufnehmen („Lending“).

NFT

Die Abkürzung NFT steht für „Non-Fungible Token“, was in etwa mit „nicht ersetzbarer Beleg“ übersetzt werden kann. In der Praxis handelt es sich um ein einzigartiges, fälschungssicheres digitales Zertifikat, das sich auf einer Blockchain – also einer dezentralen, öffentlichen Datenbank – befindet. NFTs sind derzeit gefragt, um den Wert digitaler Kunstwerke widerzuspiegeln. In Zukunft könnten sie auch in Spielen und virtuellen Welten eine wichtige Rolle spielen, beispielsweise um digitale Objekte zu schaffen, die tatsächlich einem Nutzer und nur diesem „gehören“.

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