Breite Akzeptanz von Krypto-Zahlung

Eine von Deloitte durchgeführte Umfrage mit dem Titel „Merchants getting ready for crypto“ kam zu dem Ergebnis, dass fast 75 Prozent der US-amerikanischen Einzelhändler planen, innerhalb der nächsten zwei Jahre Zahlungen per Kryptowährungen oder Stablecoins zu akzeptieren. Befragt wurden rund 2.000 Führungskräfte aus diversen Unterbranchen der Einzelhandelsbranche. Der Grund für die positive Einstellung zu Kryptowährungen ist in der Hoffnung auf Erschließung neuer Kundenschichten zu finden. Auch eine Erhöhung der Kundenzufriedenheit ist unter den Gründen für den Wandel hin zur Krypto-Akzeptanz. Interessant ist in diesem Zusammenhang, dass sowohl Kryptowährungen als auch Stablecoins akzeptiert werden sollen – gerade erstere zeichnen sich durch ihre Volatilität aus, was die Preiskalkulation hinsichtlich von Kursschwankungen erschweren dürfte.

Gesteigertes Interesse an Krypto-Zahlungen

Neben der grundlegenden Bereitschaft sticht die Einschätzung der Zukunft der Zahlungsmittel hervor: 83 Prozent der Einzelhändler gehen davon aus, dass Verbraucher im nächsten Jahr verstärkt an digitalen Währungen interessiert sein werden. Vor diesem Hintergrund ist es nachvollziehbar, dass bereits die Hälfte der Einzelhändler mehr als 1 Million US-Dollar in die Ermöglichung digitaler Zahlungen investiert hat, was sich in der operativen Umsetzung als Herausforderung entpuppt: Knapp 90 Prozent der befragten Einzelhandelsunternehmen kämpfen damit, ihre bestehende Finanzinfrastruktur mit verschiedenen digitalen Währungen kompatibel zu machen. Sicherheitsbedenken und die bereits erwähnte Volatilität sind weitere Hürden, die neben der fehlenden juristischen Regulierung zu nehmen sind.

Operative Abwicklung

Wenn es darum geht, die Zahlungen mit Cyberwährungen in die Praxis umzusetzen, bieten sich den Einzelhändlern zwei Varianten an: Nach der Zahlung können sie die Kryptos entweder direkt in Fiat-Geld umtauschen oder – Risikovariante 2 – die Kryptowährungen halten und auf Preissteigerungen hoffen. Die zweite Variante mag verlockend klingen, birgt aber Gefahren von Kursverlusten in sich. Auch die naturgemäß niedrigen Handelsspannen in einigen Unterbranchen dürften der Kursgewinn-Variante verunmöglichen.

Das zeigen auch die Umfrageergebnisse: Knapp über 50 Prozent der befragten Einzelhändler planen die direkte Umwandlung der Kryptowährungen in Barvermögen, nur eine Minderheit würde den riskanten Weg wählen. Die Umwandlung in Fiatgeld ist auch deshalb für viele Unternehmen attraktiver, weil sie schneller umsetzbar ist, dem Cashflow zuträglich ist und viel geringere Anschaffungskosten verursacht, was mit der erwähnten Angst vor zu hohen Kosten für Umstellung korreliert.

Chance für Kryptos?

Ein bekanntes Argument von Krypto-Gegnern ist die mangelnde praktische Einsatzmöglichkeit. Mit einer Akzeptanz von Krypto-Zahlungen im Wirtschaftskreislauf ist dieses Argument entkräftet und gleichzeitig ein Attraktivitätsschub gegeben. Wenn man damit zahlen kann, ist für viele Menschen die Kryptowährung weit greifbarer als bisher. Das dürfte wiederum die Nachfrage und somit die Kurse befeuern, was im Endeffekt dem gesamten Krypto-Sektor zum Vorteil gereicht.

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