Besser spät als nie

Ray Dalio plant wohl mit seinem weltweit größten Hedgefonds Bridgewater eine größere Krypto-Investition. Schon seit einigen Monaten hat Dalio Bitcoins in seinem privaten Portfolio. Weil es privat so gut läuft, plant er nun wohl ein Investment mit seinem Hedgefonds Bridgewater in einen Krypto-Fonds. Er hält seinen Worten zufolge Bitcoin für eine „verdammt gute Erfindung“ und hat nach privaten Erfolgen nun augenscheinlich den Mut gefunden, auch einen institutionellen Einstieg in den Krpto-Sektor zu wagen.

Dalio gilt als einer der einflussreichsten und vermögendsten Hedgefondsmanager der Welt – kein Wunder bei einem Fondsvermögen von 150 Milliarden US-Dollar, darunter unter anderem Gelder zahlreicher Pensions- und Versicherungsfonds. Laut Berichten von CoinDesk plant die Investmentfirma aus Connecticut die Unterstützung eines externen Vehikels mit einem Engagement in Kryptowährungen. Diese Entscheidung verfügt über große Strahlkraft, denn Ray Dalio ist lange genug dabei, um keine vorschnellen Entscheidungen zu treffen: Bereits 1975 gründete er Bridgewater Associates und war damit ein bedeutender Investmentfonds-Pionier. Das Signal eines Investments des größten Hedgefonds der Welt in Kryptowährungen wäre bedeutend für Bitcoin, Ether und Co. als ernstzunehmende Anlageform.

„Eine verdammt gute Erfindung“

Dalio ist nicht der erste Hedgefonds-CEO, der vom Saulus zum Paulus wird: Bereits Kenneth Griffin von Citadel hat seine anfangs kritische Haltung gegenüber Kryptos aufgegeben und investiert nun in diesen Sektor. Im Januar 2021 bezeichnete Dalio den Bitcoin in einem internen Memo als eine „verdammt gute Erfindung“, im Mai desselben Jahres gab er sein persönliches Investment in Bitcoin bekannt. Zu Weihnachten verlieh er in einem Interview mit MarketWatch seinem Krypto-Optimismus Ausdruck: „Ich glaube an die Blockchain-Technologie; es wird wirklich diese Revolution geben, deshalb verdient die Blockhain Vertrauen.“

Dalio besitzt nach eigenen Aussagen nur geringe Kenntnisse über Kryptowährungen – dennoch ist er der Meinung, dass es sich lohne, einen kleinen Teil des Portfolios in Bitcoins zu halten, denn „Bitcoin ist wie Gold, auch wenn sich Gold schon als erstklassige Alternative zu Fiat-Geld etabliert hat.“ Dalio ist aber Realist genug, um den staatlichen Einfluss kritisch zu beäugen: „Wenn sie [die Kryptowährungen] eine Bedrohung für die Regierungen darstellen, werden sie bestimmt in einigen Orten verboten […]“, so Dalio im MarketWatch-Inteview. Das ändere aber nichts an seiner grundsätzlich positiven Einschätzung zu Kryptowährungen, die seiner Meinung nach sogar als „eine Gold-Alternative der jüngeren Generation“ fungieren könnte.

Sie kommen alle

Einige Hedgefonds sind bereits im Krypto-Sektor aktiv: Das britische Investmentunternehmen Brevan Howard legte im Jänner 2022 einen eigenen Krypto-Hedgefonds auf. Bereits 2021 hatte Point 72 AssetManagement die 21 Millionen US-Dollar erbringende Finanzierungsrunde für das Krypto-Unternehmen Messari angeführt. Mit Bridgewater dürfte nun ein weiteres Schwergewicht der Investmentlandschaft den Ring betreten und eine neue Ära institutionellen Investments in den Krypto Sektor einläuten.

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