Dank Methan Klimaneutral bis 2024

Die Kritiker von Bitcoin führen regelmäßig den hohen Energieverbrauch ins Treffen, der für den PoW-Prozess des Krypto-Methusalems aufgebracht werden muss. Das soll sich nun innerhalb von nicht einmal 2 Jahren ändern: Bis 2024 soll mittels der Verbrennung von Methan eine signifikante Verbesserung der Energiebilanz erzielt werden. Allerdings ändert das nichts am grundsätzlichen Problem des enormen Energiebedarfs für das Bitcoin-Mining; vielmehr liegt der Prognose eine komplizierte Rechnung zugrunde.

Nach Statistiken der Universität Cambridge liegt der geschätzte Energieverbrauch für das BTC-Mining bei etwa 95 Terrawatt. Das ist unbestritten eine ganze Menge, noch schlimmer macht es die Tatsache, dass ein großer Anteil nach wie vor aus fossilen Brennstoffen stammt. Durch eine Erhöhung des Anteils an erneuerbaren Energien soll das Pendel stärker in Richtung Klimaneutralität ausschlagen.

Aus Abgas wird Strom

Lag die Rate des CO₂-neutralen Bitcoin-Minings im März 2021 noch bei 41 Prozent, ist der aktuelle Stand bei etwa 62 Prozent und im kommenden Jahr soll dieser Anteil sogar auf 72 Prozent gesteigert werden. Wie? Durch die Verwendung von abfallender Energie, die zum Beispiel bei der Nutzung von Gas aus der Erdgas-Förderung oder Raffinierung betriebsbedingt anfällt. Wir alle kennen Bilder von Gasfackeln, die das „Abgas“ einfach ungenutzt verbrennen. Eine Einspeisung in das Stromnetz ist meist unrentabel und zu aufwändig.

Hier setzen Bitcoin-Miner an, die sich neben Biogas-Anlagen oder Kläranlagen ansiedeln, um das durch Verbrennungsanlagen oder Gasturbinen zu Strom gemacht Abgas in BTC zu verwandeln. Die an diesen Standorten üblichen Geruchsemmissionen sind in einer Mining-Farm irrelevant. Als weiteren Trumpf im Ärmel können die Miner anführen, dass bei dieser Umwandlung klimaschädliches Methan verbrannt wird – eine Emissionseinsparung, die auf das Klimakonto der Miner einzahlt und den Bitcoin somit schon fast grün macht.

Etikettenschwindel?

Man muss sich bei aller Schönfärberei aber schon bewusst machen, dass Bitcoin-Mining aufgrund des aufwändigen PoW-Verfahrens nach wie vor eine riesige Menge an Energie frisst. Netto-Null-Emissionen können darum mit Klimaneutralität gleichgesetzt werden. Gerade im Hinblick auf die andauernde Gaskrise aufgrund des Russland-Ukraine-Konflikts könnte sowohl das Gas als auch der Strom sinnvoller eingesetzt werden. Kritiker werden auch nicht hintanstehen, diesen Punkt zu betonen.

Der Bitcoin-Konkurrent Ethereum hat diese Probleme nach dem erfolgreichen Merge nun nicht mehr. Durch das energiesparsamere PoS-Verfahren kann Ether seinen Energieverbrauch künftig um 99,95 Prozent senken. Hier kann und will BTC nicht nachziehen: Zu groß sind die Sicherheitsbedenken. Im Bitcoin-Universum ist man weiterhin davon überzeugt, dass nur durch das PoW-Verfahren ein ausreichend sicherer Mechanismus zur Konsensfindung gegeben ist.

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