Drohende Eskalation macht Anleger nervös

Die Aktienmärkte sind angespannt und reagieren nervös auf den drohenden Konflikt zwischen der Ukraine und Russland. Hinweise auf eine Entspannung und Nachrichten über eine drohende Eskalation wechseln sich ab und bedingen Aufs und Abs an den Börsen. Waren Kryptowährungen in der Vergangenheit beliebte Ausweichziele von Anlegern, um die Schwankungen am Börsenparkett abfedern zu können, hat sich insbesondere BTC etabliert und reagiert beinahe im Kurs-Einklang mit den Aktienmärkten. Blickt man ein Quartal zurück, ist Bitcoin derzeit ein Drittel günstiger.

Wie sieht die Zukunft von Bitcoin aus?

Der Krypto-Marktanalyst der japanischen Bitcoin-Börse Bitbank, Yuya Hasegawa, sieht BTC aktuell im geopolitischen Spannungsfeld involviert: „Bitcoin wird von einigen als staatenlose Währung bezeichnet und hat sich in der Vergangenheit bei geopolitischen Spannungen tatsächlich gut entwickelt, sodass wir mit einer gewissen Nachfrage als sicherer Hafen rechnen konnten“, zitiert CNBC den Experten. Die Veränderung der Landschaft habe den Bitcoin jedoch anfällig für die Volatilität der US-Börsenmärkte gemacht, so Hasegawa weiter. Er sieht eine Entspannung bei den BTC-Investoren an eine Beruhigung im russisch-ukrainischen Grenzkonflikt gebunden.

Hasegawas Ansicht einer Beruhigung analog zur geopolitischen Lage teilt Chris King, CEO und Gründer von Eaglebook Advisors, nicht. Er glaubt nicht an ein schnelles Ende der Bitcoin-Schwäche. „Wenn wir uns in einem Bärenmarkt befinden, werden wir weitere acht oder neun Monate eine Seit- bis Abwärtsbewegung sehen, was eine Gelegenheit für die Krypto-Touristen ist, den Markt zu verlassen, und für die echten Spieler, diese Technologie weiterzuentwickeln“, wird der Experte von CNBC zitiert. Es gebe zwar neues Interesse an DeFi, für ein Durchstarten sei es aber noch zu früh und das Konzept zu unterentwickelt. „Bitcoin war in den Jahren 2013 bis 2016 auch schwer zu kaufen, aber Unternehmen wie Coinbase und Gemini haben es einfacher gemacht. DeFi braucht diese Rampe, um sich zu verbessern und weniger spekulativ zu werden. Das braucht nur Zeit“, so King weiter. Was Bitcoin fehlt, ist eine niederschwellige Funktion, die es unverzichtbar macht – hilfreich für eine dahingehende Entwicklung ist auf jeden Fall die zunehmende Akzeptanz.

Bitcoin im Ukraine-Konflikt

Der Krypto-Ban von China hat zu Wanderbewegungen der Miner geführt. Die Ukraine hat massiv davon profitiert und Kryptowährungen legalisiert. Der Vizepremierminister der Ukraine, Mykhailo Fedorovon, hat auf Twitter gepostet, dass das ukrainische Parlament ein Gesetz über virtuelle Vermögenswerte verabschiedet hat, das Kryptowährungen legalisieren wird. Mit diesem Schritt wolle man auch das Vermögen der Ukrainer vor möglichem Missbrauch oder Betrug schützen, so der Politiker:

Screenshot: twitter.com

Die drohende Eskalation im Streit mit Russland hat sicher ihren Anteil an dieser Entscheidung, denn Kryptowährungen spielen in diesem Konflikt eine immer größere Rolle. „Wired“ berichtet, dass in letzter Zeit Krypto-Spenden an das ukrainische Militär stark gestiegen seien. Pro-ukrainische Hacktivisten würden ihren digitalen Widerstand ebenfalls zunehmend durch Kryptowährungen finanzieren, heißt es auf „Wired“ weiter. Bitcoin bleibt also im Spannungsfeld geopolitischer Unsicherheit, worauf BTC-Anleger vorsichtig reagieren. Wir beobachten das Geschehen intensiv und werden Sie über die laufenden Entwicklungen informieren.

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