Wikimedia will keine BTC mehr, die Volksbank schon

Zwei unterschiedliche Nachrichten im Hinblick auf Bitcoin zeigen, wie unterschiedlich das Verhältnis zu BTC ist: Während die Wikimedia Foundation 2 Wochen nach einer Abstimmung in ihrer Community angekündigt hat, künftig keine Spenden mehr in Kryptowährungen anzunehmen, will die Volksbank ins Bitcoin-Geschäft einsteigen. Doch der Reihe nach: Die Abstimmung bei Wikipedia wurde von der langjährigen Wikipedianer-Autorin Molly White in Gang gebracht. White ist eine Krypto-Kritikerin, die vor allem die negativen Auswirkungen von Bitcoin und Co. auf die Umwelt und das Risiko von Betrügereien anprangert.

Daneben wird seitens Wikimedia angegeben, dass die Höhe der Spenden, die in Kryptowährung getätigt werden, im Vergleich zu anderen Zahlungsformen verschwindend gering sei – nach Angaben von Wikimedia 130.100,94 Dollar in Form von Kryptos im vergangenen Jahr, 0,08 Prozent der gesamten Spendensumme. Aber das letzte Wort scheint noch nicht gesprochen zu sein, da die Wikimedia Foundation angekündigt hat, die weiteren Entwicklungen beobachten zu wollen. Bestrebungen in Richtung Green Mining und nachhaltiger Coins gibt es schließlich genug…

Deutsche Volksbank als Bitcoin-Vorreiter

Während NPOs und NGOs sich das umweltfreundliche Feigenblatt leisten können, sehen institutionelle Anleger und Großbanken die Sachlage pragmatischer: Kryptowährungen sind ein Geschäft – nicht nur dem Volumen nach, auch hinsichtlich der oftmals jungen Zielgruppen, die man ohne entsprechendes Produkt im Portfolio zu verlieren droht. Und selbst wenn man sich – so wie die Commerzbank – um eine Kryptoverwahrlizenz bei der BaFin bewirbt, zielt man doch lediglich auf institutionelle Kunden ab. Die Privatkunden bleiben bei diesen Bankinstituten noch außen vor.

Die genossenschaftliche Volksbank Raiffeisenbank Bayern Mitte eG macht hier eine Ausnahme und spricht private Kryptoanleger an: Seit kurzem hat sie eigenes Krypto-Angebot und bietet ihren 174.000 Kunden Bitcoins zum Kauf an, wobei man sich ausschließlich auf BTC beschränkt. Man versucht wohl, mit dieser bekannten Kryptowährung ein krypto-affines, aber wenig versiertes Klientel zu bedienen. Begründet wird das mit dem Sicherheitsaspekt: „Der Bitcoin ist unserer Einschätzung nach die einzige Kryptowährung, die ausreichend Sicherheit vor Manipulationen bietet. Alle anderen Kryptowerte sind mit Bitcoin nicht vergleichbar, denn sie sind nicht ausreichend dezentral aufgebaut“, so Andreas Streb, der stellvertretende Vorstandsvorsitzende der Bank.

Alternative Geldanlage statt hochvolatiles Spekulationsobjekt

„Wir wollen unsere Kunden nicht dem Risiko aussetzen, an unseriöse Anbieter zu geraten, sondern als seriöser Finanzdienstleister mit fundierten Serviceleistungen einen Mehrwert bieten“, so Streb. Mit unseriösen Anbietern sind natürlich auch die seriösen Kryptobörsen mitgemeint, die sich letzthin immer stärker am Markt etabliert haben. Freilich hat man festgestellt, dass der durchschnittliche Kunde einen großen Beratungsbedarf hat: „In Gesprächen mit unseren Mitgliedern und Kunden haben wir festgestellt, dass es einen hohen Informationsbedarf zur Geldanlage in Bitcoins gibt. Da wir in allen Finanzangelegenheiten in der Region erster Ansprechpartner sein wollen, bieten wir nun eine sichere und praktische Lösung hierfür an“, so Vorstandsvorsitzender Richard L. Riedmaier.

Bitcoin aus dem Bankomaten

Ab Juli will die Volksbank Raiffeisenbank Bayern Mitte eG für ihre Kunden auch einen Bitcoin-Automaten in ihrer Hauptstelle in Ingolstadt aufstellen, wo Euros gegen BTC eingetauscht werden können. Neben der Commerzbank, die wie erwähnt nur institutionelle Kunden anspricht (wie auch 24 anderen Bankinstitute, die bei der BaFin um eine Lizenz beantragt haben), berät auch die Sparkasse über ihre Position. „Bis Mitte des Jahres wird es dazu eine Entscheidung geben“, erklärt Wiebke Schwarze, Sprecherin beim Deutschen Sparkassen- und Giroverband (DSGV) im Gespräch mit tagesschau.de. Bei den deutschen Sparkassen entscheidet letztlich auch das Regionalprinzip, wodurch jedes Institut selbst entscheiden kann, was den Kunden angeboten wird.

Nach Jahren der Unkenrufe sieht man anhand der sich immer mehr engagierenden Hedgefonds, Großbanken und Regionalgenossenschaften, dass das Thema Kryptowährungen langsam aber sicher auch im Endverbraucherbereich ankommt und es sich niemand mehr leisten will, auf das Kryptogeschäft zu verzichten.

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