Zahlen mit BTC auf Honduras-Insel Roatán

Bitcoin wird zu einem gesetzlichen Zahlungsmittel in der autonomen Sonderzone für Arbeit und wirtschaftliche Entwicklung (ZEDE) Honduras Próspera. ZEDEs sind eine Art unabhängige, private Musterstädte mit einer eigenen Regierung und eigener steuerlicher und rechtlicher Struktur. Die wirtschaftliche Sonderzone orientiert sich an El Salvador und will mit dem Schritt Krypto-Investoren anlocken. „BTC (Bitcoin) gilt in der ZEDE Próspera als gesetzliches Zahlungsmittel“, erklärte die Sonderzone via Twitter, und versicherte, dass Kryptoasset-Unternehmen dort „mit dem besten regulatorischen Umfeld der Welt“ arbeiten könnten. Próspera will also nach dem Vorbild anderer Sonderzonen dieser Art mittels attraktiver Steuerregelungen Investoren und Online-Unternehmen anlocken.

Die Sonderzone folgt damit El Salvador, wo Bitcoin ja bereits im September des Vorjahrs zum gesetzlichen Zahlungsmittel wurde. Der Schritt zu BTC ist nicht unumstritten, und so kam es – wie auch schon in El Salvador – nun auch auf Roatán zu Protesten. Die Mitteilung der Zentralbank, dass man keine Garantien für Transaktionen geben könne, die mittels Kryptowährungen durchgeführt werden, trug naturgemäß auch nicht zu einer Beruhigung der Protestierenden bei.

Keine Steuer auf Kryptohandel

Die Aussicht auf Investoren und Firmenansiedelungen lässt die Verwaltung von Próspera die Proteste vergessen: In ihrer Ankündigung wirbt sie dafür, dass internationale Firmen Bitcoin-Bonds ausgeben dürfen und sämtliche Transaktionen und der Handel mit Kryptowährungen steuerfrei seien. Als weiteren Schritt akzeptiere Próspera zudem, dass sämtliche sonst anfallenden Steuern und Gebühren in Bitcoin bezahlt werden. Einen derartigen Vorstoß hatte bereits der US-Bundesstaat Colorado gemacht. Prósperas Verwaltung versicherte, dass bei der Gebührenbegleichung in BTC alle internationalen Antigeldwäschemaßnahmen berücksichtigt würden.

Wenig Freude hat hingegen der Internationale Währungsfonds (IWF), der die Flucht aus Währungen wie dem Dollar hin zu Bitcoin naturgemäß kritisch beäugt – beeinträchtigt es doch sein Geschäftsmodell der Kreditvergabe an Länder. Er sieht in der Verwendung von Bitcoin große Risiken für die finanzielle Stabilität und Integrität, den Verbraucherschutz sowie die damit verbundenen fiskalischen Eventualverbindlichkeiten. Präsident Nayib Bukele hält jedoch weiterhin an seinem Kurs fest und kündigte im Herbst sogar eine „Bitcoin-City“ an, die als Sonderzone wie Próspera organisiert sein soll und als Steuerparadies ebenfalls Krypto-Investoren anlocken soll. Er will außerdem das Mining in seinem Land fördern und setzt bei der Energiegewinnung – eines der Hauptprobleme im Zusammenhang mit Bitcoin – auf Geothermie: Der Vulkan Conchagua soll angezapft werden, um die nötige Energie für den Betrieb der Mining-Farmen zu produzieren.

Domino-Effekt

Nach Russland, das aus anderen Gründen auf Bitcoin setzt, gibt es auch aus Madeira und Mexiko positive Signale: Miguel Albuquerque, Präsident der autonomen Region Madeira, vermeldete auf der Bitcoin 2022 Konferenz: „Als Regierung von Madeira und als Präsident der Regierung glaube ich an die Zukunft und ich glaube an Bitcoin.“ Zudem sollen BTC-Transaktionen komplett steuerfrei sein. Und auch die mexikanische Senatorin Indira Kempis gilt als Krypto-Fan, seit sie Ende Februar von ihrer Reise nach El Salvador zurückgekehrt ist. Sie plant auch in Mexiko, Bitcoin als legales Zahlungsmittel einzuführen.

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