Der Termin steht fest

Der langerwartete Wechsel von Proof of Work (PoW) hin zu Proof of Stake (PoS) soll endlich stattfinden: Nach mehreren Verschiebungen des Termins und einem erfolgreichen Testlauf Anfang August soll am 15. September endlich der langersehnte Merge stattfinden. Nur einen Tag nach dem geglückten Testlauf legte man sich auf den Tag für den finalen Merge fest. Mit dem finalen Upgrade namens Paris soll aus der aktuellen Proof-of-Work-Blockchain (PoW) schließlich eine PoS Blockchain werden. Anleger reagierten positiv und sorgten für eine Erholung des ETH-Kurses. Auch einen Sympathiegewinn kann Ethereum nun für sich verbuchen, denn angesichts stetig steigender Energiepreise ist der hohe Energiebedarf beim Mining vielen ein Dorn im Auge, der die Lust auf Investments trübt. Hier kann PoS mit einem um über 99 Prozent niedrigerem Energieverbrauch natürlich klar punkten. Mit dem Merge werden aber auch neue Funktionen auf der Blockchain verfügbar gemacht, was wohl für einen weiteren Attraktivitätszuwachs sorgen wird.

Zweigleisig?

Die operative Umsetzung ist noch unklar, denkbar ist eine Hardfork der Ethereum-Blockchain in eine PoS- und eine PoW-Variante. Da hat 2017 auch bei der Abspaltung von Bitcoin in Bitcoin Cash funktioniert. In diesem Fall wären Ether-Coins unter dem bestehenden Kürzel ETH die neue Version und zusätzlich würden ETHPOW-Coins in der entsprechenden Höhe in die Wallets der Anleger wandern. In diesem Fall wäre der Verkauf der neuen Token durchaus eine interessante Einnahmequelle. Laut „BTC-ECHO“ sei dies aber nur möglich, wenn die Ether-Coins während dem Merge in einer Non-Custodial Wallet gelagert werden. Außerdem sollen nach dem erfolgreichen Merge verschiedene Updates das Netzwerk stärken.

Weitere Profiteure

Die Liquid Staking-Branche könnte lt. BTC-Echo ebenso profitieren: Sie ermöglichen Nutzern, Ethereum ohne eigenen Node zu staken. Man könnte also ETH in ein DeFi-Protokoll einzahlen und dafür Token des entsprechenden Anbieters im Verhältnis 1:1 erhalten. Damit geht der Anspruch auf gestakte Token einher und man erhält automatische Belohnungen. Die Liquid Staking-Unternehmen behalten sich einen Teil dieser Prämien ein – nach dem Merge ist anzunehmen, dass das Gewinnpotenzial für Anleger steigt.

Was aber, wenn man skeptisch ist? Es gibt genügend Risiken, die zu einem Scheitern führen könnten. Hier kann es sich lohnen, auf Hedging zusetzen: Eine Long-Position auf ETH-Coins aufzubauen oder zu halten und im selben Atemzug eine Short-Position auf Ethereum-Futures einzugehen. In diesem Fall ist man sowohl bei steigenden als auch bei fallenden Kursen auf der Gewinnerseite. Alternativ lohnt es sich, auf ein weiteres Pferd zu setzen: Stablecoins. Und sollte der ETH-Kurs nach dem Merge fallen, kann man den Dip kaufen und dann Hodln, um vom langfristigen Potenzial des Umstiegs profitieren, das zweifelsfrei gegeben ist. Denn für ein Scheitern ist die PoS-Variante einfach zu erfolgversprechend.

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